10 Jahre Landshuter Tafel -

(k)ein Grund zum Feiern!

Dieser, zugegeben, eigenartige Titel des Jubiläums  bezieht sich auf die Doppeldeutigkeit der Tafelbewegung. Einerseits zweifelsohne eine gute Sache, andererseits eine traurige Tatsache, dass eine derartige Einrichtung in einem hochentwickeltem und reichen Industrieland wie Deutschland überhaupt nötig ist!

Bei Gründung der Landshuter Tafel 2005 existierten bundesweit 430 Tafeln. Heute sind es nahezu 1000. Bayern steht allein mit 168 Tafeln an erster Stelle. Vor 10 Jahren, als der Ruf nach einer Tafel für Landshut aus der Armutskonferenz laut wurde,  fragte man sich, ob die gut situierte Stadt Landshut wirklich eine solche Institution benötige. Viele Landshuter Honoratioren waren damals skeptisch, wurden jedoch bald eines Besseren belehrt:

  • Bereits bei der Eröffnung wurden 116 Haushalte mit Lebensmittelspenden versorgt. Jetzt, 10 Jahre später, sind es 380 Haushalte.

Das bedeutet, dass aktuell über 1200 Bürgerinnen und Bürger Lebensmittel durch die Tafel beziehen!

Hinzu kommt die steigende Nachfrage seitens der Flüchtlinge, die insbesondere die Ausgabestelle Peter und Paul, die im Oktober 2009 eröffnet wurde, an den Rand ihrer Kapazitäten und Leistungsfähigkeit bringt.

  

Und da ist sie wieder, die Zweideutigkeit der Feierlichkeiten: Einerseits der erschreckend hohe „Kundenzuwachs“, andererseits die Freude und ein wenig Stolz auf die Leistung der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landshuter Tafel.

  • Denn wöchentlich rund 1200 Personen mit Lebensmittel zu versorgen, bedeutet, dass derzeit 35 Frauen und 25 Männer Lebensmittelspenden einsammeln und möglichst gerecht verteilen.

Das ist oft eine logistische Meisterleistung von hochmotivierten und äußerst engagierten Ehrenamtlichen! Ohne diese ehrenamtlichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wäre die Tafelarbeit nicht möglich. Ebenso wichtig sind natürlich die Lebensmittelspenden - die Basis der Tafelarbeit, sowie die Sach- und Geldspenden, mit denen die Tafel großzügig bedacht wird.

 

Dieses breite bürgerschaftliche Engagement und die große Solidarität einer Stadt mit ihren bedürftigen Bürgerinnen und Bürgern, das sind viele Gründe Danke zu sagen - und ein Grund zum Feiern!

 

Brigitte Hochban

Leiterin der Landshuter Tafel bis 2017